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Enten mit Freilauf bei „Tierschutz-kontrolliert“

Fragen und Antworten

3.2.2020

FAQ - Wir beantworten häufige Fragen über das VIER PFOTEN „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel

Warum vergibt VIER PFOTEN ein Gütesiegel für tierische Produkte? Als Tierschutzorganisation sehen wir uns in der Pflicht, das Leben von allen Tieren ganz wesentlich zu verbessern. Dafür braucht es klare Kriterien, besonders im Bereich der Landwirtschaft und Nutztier-Haltung.

Im Video unten beantworten wir schon einmal die wichtigsten Fragen zum „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel. Weitere FAQs finden Sie anschließend aufgelistet darunter.

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

Häufige Fragen zum „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel

Frage zu Schweinen

Fragen zu Legehennen

Fragen zu Mastenten

Es finden regelmäßig Besuche in den Ställen statt.

Warum vergibt VIER PFOTEN ein Gütesiegel für tierische Produkte?

Ein Großteil der Menschen möchte derzeit nicht auf tierische Produkte verzichten. Solange das so ist, sieht sich VIER PFOTEN als globale Tierschutzorganisation in der Pflicht, den Tieren in der Landwirtschaft bessere Lebensbedingungen zu schaffen. Daher haben wir mit internen und externen Nutztierexperten umfassende Richtlinien für ein Gütesiegel entwickelt, die Haltung sowie Transport und Schlachtung im Sinne des Tierwohls klar regeln und deren Einhaltung durch geschulte unabhängige Kontrollstellen geprüft wird.

Das Gütesiegel bietet Verbrauchern die Möglichkeit, sich beim Einkauf tierischer Produkte für vorbildliche Tierhaltung zu entscheiden.

Wofür steht das VIER PFOTEN „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel? 

„Tierschutz-kontrolliert“ ist das erste Gütesiegel, das nicht nur Verbesserungen in der Haltung, sondern auch beim Transport und bei der Schlachtung der Tiere garantiert.

Es steht für maßgebliche Verbesserungen in allen Bereichen:

  • Haltung: tierfreundliche Ställe, Tageslicht, Frischluft
  • Eingriffe: keine bzw. ausschließlich unter Schmerzausschaltung
  • Transport: stark reduzierte Transportzeiten
  • Schlachtung: stressarm und regional
  • Kontrollen: regelmäßig, streng und unabhängig

Details entnehmen Sie bitte den jeweiligen Richtlinen.

Inwiefern unterscheidet sich das VIER PFOTEN „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel von anderen Tierwohl-Gütesiegeln?

„Tierschutz-kontrolliert“ berücksichtigt im Gegensatz zu gängigen Tierwohl-Gütesiegeln nicht nur die Bedingungen für die Haltung, auch die Bereiche Transport und die Schlachtung werden entscheidend verbessert. Das ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal von „Tierschutz-kontrolliert“, das uns von Anfang an sehr wichtig war; denn gerade Transport und Schlachtung enthalten naturgemäß extreme Stressfaktoren für Tiere und sind zudem Bereiche, in denen regelmäßig Missstände passieren. Selbst eine biologische Tierhaltung endet in dem Moment, in dem die Tiere in den Transporter geladen werden.

Zudem übersteigen die Anforderungen in der höchsten Stufe „Gold“ die nahezu aller anderen Gütesiegel. Als Beispiele sind hier die in der „Gold“-Stufe verpflichtende Bruderhahnaufzucht und die kuhgebundene Kälberaufzucht zu nennen. In der Intensivtierhaltung werden die Brüder der Legehennen als Küken getötet und die Kälber am ersten Tag ihres Lebens von ihren Müttern getrennt.

Was bringt das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel den Tieren? 

Für rund 600.000 Tiere jährlich stellt das Gütesiegel eine wesentliche Verbesserung ihrer Lebens- und Haltungsbedingungen in der Landwirtschaft dar. Darüber hinaus werden kurze Transportwege und eine stressarme Schlachtung sichergestellt.

In der Intensivtierhaltung leben die Tiere in der Regel in strukturlosen Ställen. Schweine werden beispielsweise auf harten Betonspaltenböden gehalten, ohne Zugang zu Stroh oder sonstigem kaubaren Beschäftigungsmaterial. Außerdem werden sie ohne Betäubung kastriert, und ihnen werden die Schwänze kupiert. Legehennen haben keinen Auslauf, Rinder werden teilweise immer noch ständig im Stall angebunden und Enten wird ihr natürliches Verlangen nach einer Bademöglichkeit verwehrt.

Unter „Tierschutz-kontrolliert“ wurden Richtlinien für die Haltung entwickelt, die sich an den natürlichen Bedürfnissen der Tiere orientieren. Ein größeres Platzangebot, Stallstrukturierung, Beschäftigungsmaterial, Tageslicht, frische Luft und Auslauf sind dabei für jede Tierart die Mindestanforderung.

Regelmäßige und unabhängige Kontrollen stellen die Einhaltung der Vorgaben sicher. Dabei werden auch erstmals die Tiere selbst am Betrieb und am Schlachthof nach so genannten „tierbezogenen Parametern“ beurteilt.

Warum ein zweistufiges „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel?
Was unterscheidet die „Silber“- und die „Gold“-Stufe?

VIER PFOTEN hat sich bewusst für ein zweistufiges System für das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel entschieden. Die „Silber“-Stufe steht für deutlich bessere Lebensbedingungen als in der industriellen Tierhaltung. Die „Gold“-Stufe zeichnet Haltungssysteme aus, die an die natürlichen Bedürfnisse der Tiere angepasst sind und somit Tierwohl bestmöglich umsetzen.

Nicht allen konventionellen Betrieben ist allerdings eine Umstellung auf die „Gold“-Stufe sofort möglich. Viele Landwirte können aufgrund der Marktbedingungen ihre Produktion nur schrittweise und längerfristig umstellen. Schon durch die Auszeichnung mit der „Silber“-Stufe heben wir jedoch die Tierhaltungs-Standards auf breiter Basis an und verbessern die Lebensqualität für sehr viele Tiere maßgeblich. Hätte sich VIER PFOTEN ausschließlich für eine „Gold“ Auszeichnung und damit für ein Nischen-Gütesiegel entschieden, würden wichtige Verbesserungen für zahlreiche Tiere nicht umgesetzt bzw. nur einer vergleichsweise kleinen Anzahl geholfen.

Beispiel Rind: Bei der „Gold“-Stufe ist die Enthornung in der Rinderhaltung gänzlich verboten, während der Eingriff bei der „Silber“-Stufe ausschließlich unter Betäubung, lokaler Schmerzausschaltung und anschließender Schmerzbehandlung durchgeführt werden darf. Die Kälberaufzucht muss in der „Gold“-Stufe mutter- oder ammengebunden stattfinden, während dies bei der „Silber“-Stufe empfohlen wird. In der Intensivtierhaltung werden Rinder betäubungslos enthornt und Kälber am Tag der Geburt ihren Müttern weggenommen. 

Die Anforderungen für Transport und Schlachtung sind für beide Stufen gleich streng, sie werden ebenso wie die Haltung und Gesundheit der Tiere von unabhängigen Kontrollstellen überprüft. Ein Beispiel ist die Begrenzung der Transportdauer auf vier Stunden und 200 km; gesetzlich erlaubt sind je nach Tierart bis zu 28 Stunden.

Inwiefern unterscheidet sich das VIER PFOTEN „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel von Bio-Siegeln?

Ein direkter Vergleich von Bio-Gütesiegeln mit „Tierschutz-kontrolliert“ ist wenig aussagekräftig, da beide unterschiedlichen Kategorien angehören. Die Tierhaltung ist nur ein Teil der Bio-Gütesiegel, während „Tierschutz-kontrolliert“ sich in erster Linie darauf konzentriert und dabei teilweise deutlich über die Bio-Standards hinausgeht.

Beim „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel werden neben strengeren Tierwohlkriterien bei der Haltung auch strenge Richtlinien für Transport und Schlachtung umgesetzt und kontrolliert, während letztere Bereiche bei Bio ausgeklammert werden.

Salopp gesagt: Biologische Tierhaltung endet in dem Moment, in dem die Tiere in den Transporter geladen werden. Außerdem werden bei jeder „Tierschutz-kontrolliert“-Kontrolle tierbezogene Parameter erhoben und so das Wohlergehen der Tiere direkt erfasst, was Bio-Gütesiegel nicht abdecken.

Die VIER PFOTEN Mitarbeiterin kontrolliert den Zustand des Tiers

Welche Kriterien gelten bei Transport und Schlachtung?

Der Transport muss für die Tiere immer möglichst stressfrei ablaufen. Die Verladung muss ruhig und in einer angemessenen Gruppengröße stattfinden. Außerdem darf die Transportdauer nur maximal vier Stunden und 200 km betragen. Bei extremen Witterungsbedingungen, wie Hitze oder Kälte, müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden oder der Transport auf einen günstigeren Zeitpunkt verschoben werden.

Auch die Schlachtung muss so stressarm wie möglich für die Tiere sein. Ein ruhiger Umgang und eine korrekte Betäubung sowie deren Kontrolle sind essenziell. Auch am Schlachthof werden so genannte tierbezogene Parameter erhoben, das heißt das Tier selbst genau untersucht. Außerdem werden die Schlachthöfe regelmäßig auf die Einhaltung der „Tierschutz-kontrolliert“- Kriterien kontrolliert.

Diese Vorgaben gelten für alle Tierarten sowie die „Silber“- und „Gold“-Stufe gleichermaßen. Weitere Infos finden Sie hier.

Wie wird die Einhaltung der Richtlinien für das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel überprüft?

Das "Tierschutz-kontrolliert"-Gütesiegel unterliegt strengen Kriterien, die laufend von staatlich anerkannten, unabhängigen Kontrollstellen überprüft werden. Die Kontrollorgane werden von VIER PFOTEN hinsichtlich der "Tierschutz-kontrolliert"-Anforderungen geschult und überprüfen regelmäßig vor Ort anhand eines Kontrollleitfadens, ob auf dem Betrieb, beim Transport und der Schlachtung die Vorgaben erfüllt werden. Weitere Infos finden Sie hier.

Bei kleineren Verstößen wird eine angemessene Frist vereinbart, in der Abweichungen korrigiert werden können. Werden allerdings erhebliche Abweichungen festgestellt, wird dem Marktteilnehmer mit sofortiger Wirkung verboten, seine Erzeugnisse mit dem „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel zu kennzeichnen, bis die Richtlinien wieder genau eingehalten werden.

Zusätzlich überprüft VIER PFOTEN bei unangekündigten so genannten „Überkontrollen“, ob die Teilnehmer die „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien einhalten.

Was bedeutet der Begriff „tierbezogene Parameter“? 

Der Begriff „tierbezogene Parameter“ bezeichnet die genaue Betrachtung eines individuellen Tieres, die es ermöglicht den Zustand und das Wohlbefinden eines Tieres zu erfassen. Die damit festgestellten Parameter geben Auskunft über den Gesundheitszustand und das Befinden der Tiere und somit auch über die Auswirkungen des Haltungssystems, der Stalleinrichtung, des Herdenmanagements sowie der Mensch-Tier-Beziehung am Betrieb.

Ein Beispiel: Anhand des Verschmutzungsgrades eines Tieres lässt sich oft erkennen, ob die Liegefläche trocken und sauber eingestreut ist und der Mist im Alltag regelmäßig entfernt wird. Übermäßiges Vorhandensein von Schmutzkeimen erhöht die Infektionsgefahr und ist daher als Risiko für das Wohlergehen der Tiere einzustufen.

Wer darf das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel nutzen? 

Wir arbeiten grundsätzlich mit jedem zusammen, der glaubhaft und ehrlich Verbesserungen in seiner Tierhaltung umsetzen möchte. Egal ob es sich hierbei um Biobetriebe handelt, die eine Auszeichnung mit der „Gold“-Stufe anstreben oder um große Betriebe, der eine alternative Tierhaltung starten und ausbauen möchten. 

Eine Zielgruppe sind für uns also auch große Marktteilnehmer, die mit dem Gütesiegel einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung des Tierwohls in der Landwirtschaft leisten und somit Verantwortung übernehmen wollen. Damit können möglichst viele Nutztiere von besseren Lebensbedingungen durch “Tierschutz-kontrolliert” profitieren.

Gibt es „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien für alle Nutztierarten?

VIER PFOTEN hat bereits Richtlinien für Milch- und Mastrinder, Masthühner, Legehennen, Mastschweine, Mastenten, Puten, Schafe und Ziegen (Milch und Fleisch) entwickelt. Die „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien werden regelmäßig überarbeitet und an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst.

Verdient VIER PFOTEN an dem „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel? 

Nein. VIER PFOTEN erhebt im Zuge der Lizenzvergabe eine Gebühr für die Nutzung der Wort-Bild-Marke „Tierschutz-kontrolliert“. Diese Einnahmen werden dazu verwendet, die Rahmenbedingungen rund um das Gütesiegel bereitzustellen (Rechtsaufwand, Markenlizenz, Erstellung der Richtlinien, etc.), decken dabei aber nur einen Teil der Gesamtkosten ab. VIER PFOTEN ist eine gemeinnützige Stiftung und verfolgt keine gewinnorientierten Ziele.

Was bringt das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel den Konsumenten? 

Konsumenten können sich darauf verlassen, dass die Produkte mit dem „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel von Tieren stammen, die artgemäß leben durften und ist vor allem eine Entscheidungshilfe beim Einkauf im Supermarkt.

„Tierschutz-kontrolliert“ basiert auf langer Erfahrung und agrarwissenschaftlicher sowie veterinärmedizinischer Expertise. Es garantiert eine Herkunft, die durch strenge Vorgaben und regelmäßige Kontrollen sichergestellt wird.

Was bringt das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel den Kooperationspartnern? 

In Zeiten von Tierhaltungs-Skandalen und Tierwohl-Diskussionen bietet VIER PFOTEN mit „Tierschutz-kontrolliert“ Konkurrenzfähigkeit, ein konkretes Alleinstellungsmerkmal und die Möglichkeit, sich am Markt positiv abzuheben.

Die Kooperationspartner haben durch das Gütesiegel die Möglichkeit, die Verbesserungen, die sie zum Wohle der Tiere umsetzen, zu kommunizieren und die eigene Haltungsform bekannter zu machen, Werbewirksame Synergieeffekte erhöhen Reichweite und Bekanntheit, und tragen allgemein zu einer höheren Akzeptanz von artgemäßer Tierhaltung bei.

Schweine in Freilandhaltung

Was unterscheidet die „Tierschutz-kontrolliert“ Schweine von Schweinen aus Intensivtierhaltung?

Neben der Einhaltung der gesetzlichen Tierschutz-Mindestanforderungen verpflichten sich alle Teilnehmer zur ordnungsgemäßen Umsetzung der „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien, welche deutlich höhere Anforderungen als die gesetzlichen Vorgaben stellen.

Das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel der „Silber“-Stufe für Schweine steht für maßgebliche Verbesserungen im Tierwohl. Die wichtigsten sind:

  • Mehr Platz im Stall: Die Schweine freuen sich über doppelt so viel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben.
  • Verbesserte Stallumgebung: Eingestreute Liegeflächen und das Angebot von adäquatem Beschäftigungsmaterial sowie das Verbot von Vollspaltenböden tragen zu einer wesentlichen Verbesserung des Tierwohls bei.
  • Frische Luft und Auslauf: Die Tiere haben jederzeit Zugang zu einem Auslauf und können somit Sonne und frische Luft genießen.
  • Verbot schmerzhafter Eingriffe: Den Tieren wird nicht, wie in der Intensivtierhaltung üblich, der Schwanz kupiert. Außerdem werden, anders als in der intensiven Tierhaltung üblich, die „Tierschutz-kontrolliert“ Schweine ausschließlich unter Betäubung und mit (totaler) Schmerzausschaltung kastriert.

Für die „Gold“-Stufe gelten bei Schweinen zusätzlich noch strengere Vorgaben und weitere Verbesserungen im Tierwohl:

  • Freilandhaltung: Die Schweine haben rund um die Uhr Zugang zum Freien und witterungsbeständigen Unterständen
  • Freies Abferkeln: Muttersauen werden nicht in die so genannten Kastenstände eingesperrt und haben mehr Platz

 

Zusätzlich zu strengen Vorgaben in der Tierhaltung wird beim „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel auch das Wohlbefinden der Tiere erhoben sowie die Bereiche Transport und Schlachtung überprüft. Weitere Infos zu den Vorgaben für Schweine.

Ist „Tierschutz-kontrolliert“ der höchste Tierschutzstandard, den es für die Schweinehaltung derzeit in Österreich gibt?

Die „Tierschutz-kontrolliert“-Anforderungen für Schweine stellen in Österreich verglichen mit anderen bestehenden Tierschutz-Gütesiegeln den höchsten Standard dar. Allein durch das strikte Verbot betäubungslos durchgeführter, schmerzhafter Eingriffe unterscheidet sich das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegelprogramm ganz wesentlich von anderen Standards. Wesentliche Verbesserung werden in der Lebensqualität der Schweine erzielt.

Ebenso sind die klaren, strengen Vorgaben zu Transport und Schlachtung ein wesentlicher Mehrwert. Ein weiterer Pluspunkt von „Tierschutz-kontrolliert“ ist, dass damit der Zustand der Tiere mittels so genannter tierbezogener Parameter wie z.B. Lahmheiten, Klauenzustand, Verletzungen, usw. erhoben wird.

Legehennen mit Dinkelnester

Was genau zeichnet die Legehennenhaltung des „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegels aus?

Neben der Einhaltung der gesetzlichen Tierschutz-Mindestanforderungen verpflichten sich alle Teilnehmer zur ordnungsgemäßen Umsetzung der „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien, welche deutlich höhere Anforderungen als die gesetzlichen Vorgaben stellen.

In der Legehennenhaltung ist sowohl in der „Silber“- als auch in der „Gold“-Stufe die Freilandhaltung vorgeschrieben, d.h. wir fordern neben großzügigen und tiergerechten Ställen auch den Zugang zu Grünauslauf sowie die Bereitstellung eines Außenscharrraums (Wintergarten). So stellen wir sicher, dass die Hennen täglich frische Luft, Tageslicht und Weide genießen können. Außerdem ist die Gruppengröße eingeschränkt, um den Stress für die Tiere zu reduzieren, die Tierkontrolle zu verbessern und klein-strukturierte Landwirte mit verbesserter Tierhaltung zu fördern. Eingriffe am Tier, wie z.B. das Schnabelkürzen, sind selbstverständlich verboten.

Die „Gold“-Stufe unterscheidet sich von der „Silber“-Stufe besonders durch die verpflichtende Aufzucht der Bruderhähne. Hier wird ein Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und Ethik in der Produktionskette geleistet.

Die Einhaltung der „Tierschutz-kontrolliert“-Anforderungen wird bei allen Teilnehmern jährlich von unabhängigen, staatlich akkreditierten Kontrollstellen überprüft.

Warum gibt es kein „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel für Eier aus Bodenhaltung?

VIER PFOTEN hat sich bewusst dagegen entschieden, Eier aus Bodenhaltung mit dem „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel auszuzeichnen. Vielmehr wollen wir Anreize schaffen, dass Betriebe mit Bodenhaltung auf „Tierschutz-kontrollierte“ Haltung umsteigen und immer mehr Legehennen großzügigere Ställe, Zugang zu frischer Luft, Sonne und Grünauslauf haben, um ihr natürliches Verhalten ausleben und ein artgemäßes Leben führen zu können.

Werden die Brüder der „Tierschutz-kontrolliert“-Legehennen aufgezogen?

In der „Gold-Stufe“ des VIER PFOTEN „Tierschutz-kontrolliert“ Gütesiegelprogrammes ist die Aufzucht und die tiergerechte Haltung der Bruderhähne verpflichtend vorgeschrieben, auch für Betriebe der konventionellen Tierhaltung. Die Hähne haben ebenso wie ihre Schwestern Zugang zu frischer Luft und Auslauf ins Freie.

VIER PFOTEN unterstützt die Aufzucht der Bruderhähne und setzt sich aktiv dafür ein, dass die Zucht von Zweinutzungshühnern voranschreitet, sodass in Zukunft kein Tier mehr als „überflüssig“ betrachtet werden muss (VIER PFOTEN unterstützt das Projekt www.das-oekohuhn.de). Europaweit wird derzeit jedoch nach wie vor der Großteil der männlichen Küken der Legehühner nicht aufgezogen.

Bei Eiern gibt es die bekannte Haltungskennzeichnung mit den Ziffern 0-1-2-3 – mit welcher Ziffer sind die „Tierschutz-kontrolliert“ Eier gekennzeichnet? 

Die „Tierschutz-kontrolliert“ Eier dürfen ausschließlich mit der Ziffer „0“ (Bio-Freilandhaltung) oder der Ziffer „1“ (Freilandhaltung) gekennzeichnet sein.

Mastenten auf der Wiese

Warum vergibt VIER PFOTEN ein Tierschutz-Label für Mastenten? 

96 % von in Österreich konsumiertem Entenfleisch werden im Ausland produziert, wo die Haltungsstandards für Enten wesentlich schlechter sind; so werden im Ausland produzierte Enten teils gestopft (Stopfmast), und auch der Lebendrupf von Elterntieren kann nicht ausgeschlossen werden. Zudem werden meist Moschusenten gehalten. Diese Enten, auch „Flugenten“ genannt, neigen in beengten Verhältnissen zu Kannibalismus. Um dem vorzubeugen, werden die Tiere oft in beinahe völliger Dunkelheit gehalten und ihre Schnäbel meist kupiert. Auslauf im Grünen erhalten diese Tiere ebenfalls nicht, und der Zugang zu offenen Wasserflächen wird ihnen verwehrt.

VIER PFOTEN begrüßt daher, wenn Haltung und Zucht von Enten ins Inland verlagert werden, wo den Tieren wesentlich bessere Haltungsbedingungen geboten werden. Aktuell werden unter „Tierschutz-kontrolliert“ nur Pekingenten aufgezogen. Pekingenten sind die domestizierte Form der Stockenten, sie sind weniger anfällig für Kannibalismus als Moschusenten und verhalten sich auch in der Gruppe friedlich.

Unter „Tierschutz-kontrolliert“ ist das Kupieren der Schnäbel verboten, die Tiere dürfen nur in hellen, eingestreuten Ställen mit einem Außenklimabereich und dem für Wassergeflügel so wichtigem Zugang zu Wasserbecken gehalten werden. In der „Gold“-Stufe ist außerdem ein Grünauslauf vorgeschrieben. Mit all diesen Kriterien leben Enten unter „Tierschutz-kontrolliert“ deutlich besser als unter dem gesetzlichen Standard. Weitere Infos finden Sie bei den Richtlinien für Mastenten.

Was zeichnet die Enten, die nach den "Tierschutz-kontrolliert"-Richtlinien gehalten werden, aus?

Neben der Einhaltung der gesetzlichen Tierschutz-Mindestanforderungen verpflichten sich alle Teilnehmer zur ordnungsgemäßen Umsetzung der „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien, welche deutlich höhere Anforderungen als die gesetzlichen Vorgaben stellen.

Die Enten werden in mit Stroh eingestreuten Ställen gehalten, sie erhalten ab ihrem ersten Lebenstag Zugang zu offenen Wasserflächen, um ihre arttypischen Verhaltensweisen (Gefiederpflege mit Wasser) ausleben zu können. Sie haben ständigen Zugang zu einem Außenklimabereich (Frischluft, Sonne) und in der „Gold“-Stufe Zugang zu einem Grünauslauf.

Das alles wird in unangemeldeten Kontrollen regelmäßig kontrolliert. Dabei wird nicht nur der Stall (Haltungssystem), sondern vor allem auch das Wohlergehen der Tiere überprüft. Dies geschieht über die Erfassung so genannter tierbezogener Parameter am Betrieb. Der Kontrolleur achtet beispielsweise auf Krankheiten oder Verletzungen und notiert evtl. auftretende Abweichungen.

Was unterscheidet die Haltung von Enten, die nach den „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien gehalten werden, von der konventionellen Enten-Haltung?

Die mit dem „Tierschutz-kontrolliert“- Gütesiegel zertifizierten Enten werden nicht nur unter den strengen Auflagen der Haltungs-Richtlinie am Betrieb gehalten, auch der Transport und die Schlachtung unterliegen einer „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinie. So werden auch bei Transport und Schlachtung höhere Standards verlangt als vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Es werden direkt im Betrieb die Zustände streng kontrolliert

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